Rosen schneiden: Der sichere Rosenschnitt nach Typ und Jahreszeit
- Yvonne Pfeiffer, deine Gärtnermeisterin
- zuletzt aktualisiert: 29/05/2026
Das Wichtigste in Kürze
- Schneide Rosen im Frühjahr zur Forsythienblüte und prüfe vorher kurz, ob noch starke Frostnächte angekündigt sind.
- Arbeite immer in einer klaren Reihenfolge: zuerst Totholz entfernen, dann auslichten, danach einkürzen und knapp über einem nach außen gerichteten Auge schneiden.
- Kläre vor dem Schnitt, ob deine Rose einmalblühend oder öfterblühend ist. Einmalblühende Rosen schneidest du im Frühjahr zurückhaltender, öfterblühende meist klarer.
- Entferne Wildtriebe konsequent unterhalb der Veredelungsstelle, sonst nehmen sie deiner Rose Kraft.
Rosen sind manchmal echte Überflieger und manchmal kleine Drama Queens. Bei dir wachsen sie vielleicht kräftig und trotzdem fragst du dich jedes Frühjahr wieder, wie viel Schnitt jetzt wirklich gut ist.
In diesem Artikel bekommst du eine klare Schrittfolge für den Rosenschnitt im Frühjahr, eine einfache Orientierung fürs Timing mit Forsythie und Wettercheck sowie einen Schnittplan nach Rosentyp. Du lernst außerdem, wie du einmalblühende und öfterblühende Rosen sicher unterscheidest, was du im Sommer mit Ausputzen erreichst und was im Herbst und Winter wirklich sinnvoll ist. Am Ende hast du auch einen Rettungsplan, falls eine Rose vergreist oder mal ungünstig geschnitten wurde.
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Warum Rosen geschnitten werden und was du damit erreichst
Du schneidest Rosen nicht, damit sie nur ordentlich aussehen. Du schneidest sie, damit sie gesund bleiben und zuverlässig blühen.
Du bringst Licht und Luft in die Pflanze. Eine Rose, die innen zu dicht ist, trocknet nach Regen langsamer ab. Genau dann fühlen sich Blattprobleme besonders wohl.
Du lenkst den Austrieb. Rosen blühen am liebsten an kräftigen, jungen Trieben. Wenn du alte oder schwache Triebe entfernst, verteilt die Rose ihre Kraft besser und schiebt stärkere Triebe nach.
Du hältst die Form stabil. Ohne Schnitt kippen viele Rosen auseinander oder schieben lange, dünne Ruten. Mit einem klaren Schnitt bleibt die Pflanze kompakt und standfest.
Du entfernst Schäden. Frost, Wind und Trockenheit hinterlassen Spuren. Totholz und geschwächte Triebe sind eine Einladung für neue Probleme. Wenn du sie rausnimmst, entlastest du die Rose sofort. Und du steuerst die Blüte. Bei öfterblühenden Rosen hat Ausputzen im Sommer einen sichtbaren Effekt. Die Rose steckt dann eher Energie in neue Knospen als in Hagebutten.
Wenn du dir nur ein Bild merken willst, dann dieses. Mit dem Schnitt gibst du der Rose ein gesundes Gerüst, Luft in der Mitte und die Chance auf kräftige neue Blütentriebe.
Der beste Zeitpunkt im Frühjahr
Wenn du dir beim Timing unsicher bist, hilft ein einfacher Anker. Schau auf die Forsythie. Wenn sie bei dir anfängt zu blühen, ist das meist die Phase, in der Rosen bald kräftig loslegen. Das passt besser als ein fixes Datum, weil dein Garten nicht nach Kalender arbeitet.
Dazu kommt ein kurzer Wettercheck. Wenn in den nächsten Tagen starke Frostnächte angekündigt sind, warte lieber ein paar Tage. Leichter Nachtfrost ist meist kein Drama, aber nach einem kräftigen Schnitt sind die Augen und Triebspitzen empfindlicher.
Und falls du denkst, du bist zu spät dran: Das passiert selten. Auch wenn die Rose schon austreibt, kannst du noch schneiden. Du arbeitest dann einfach etwas vorsichtiger, damit du frische Triebe nicht abbrichst.
Quelle: Bundesbehörde, höchste Domänenautoriät für Wetter- und Vegetationsdaten in Deutschland.
Der Standardschnitt: So gehst du immer richtig vor
Egal ob Beet, Edel oder Strauch, diese Reihenfolge bringt dich sicher durch den Schnitt. Du sortierst die Rose Schritt für Schritt, statt irgendwo anzufangen und später zu merken, dass du dich verrannt hast.
Schritt 1: Totholz raus
Alles, was tot, schwarz, brüchig oder komplett vertrocknet ist, kommt weg. Schneide so weit zurück, bis du wieder gesundes Holz siehst. Wenn du unsicher bist, schneide ein kleines Stück an. Gesundes Holz ist innen hell und wirkt frisch.
Schritt 2: Beschädigtes und auffälliges Holz raus
Triebe mit Rissen, dunklen Schadstellen oder deutlich geschwächten Partien nimmst du ebenfalls heraus. Schneide bis ins gesunde Gewebe zurück. Lieber sauber kürzen als einen Trieb stehen lassen, der später Probleme macht.
Schritt 3: Auslichten
Jetzt schaust du auf die Struktur. Ziel ist Luft und Licht in der Mitte. Alles, was nach innen wächst, sich kreuzt oder aneinander reibt, darf raus. Nimm lieber einen störenden Trieb ganz heraus, statt viele Triebe nur ein bisschen zu kürzen.
Schritt 4: Einkürzen
Erst wenn das Grundgerüst steht, kürzt du die verbleibenden Triebe ein. Wie stark, hängt vom Rosentyp ab. Bei vielen öfterblühenden Rosen darfst du im Frühjahr so schneiden, dass neue starke Triebe nachschieben. Nur Spitzen zu kürzen macht Rosen oft eher schwach und unruhig.
Schritt 5: Schnitt über einem nach außen gerichteten Auge
Schneide knapp über einem Auge, das nach außen zeigt. So wächst der neue Trieb nach außen, die Rose öffnet sich und bleibt innen luftiger. Ein paar Millimeter bis etwa ein Zentimeter Abstand reichen. Schneide leicht schräg, damit Wasser ablaufen kann, aber nicht extrem schräg.
Wenn du nach dem Schnitt kurz auf die Rose schaust und das Gefühl hast, sie hat Luft und eine klare Form, dann bist du genau richtig.
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Mini-Check vor dem ersten Schnitt
Bevor du die erste Rose schneidest, lohnt sich ein schneller Blick auf drei Dinge. Das spart dir später das Gefühl, du müsstest ständig korrigieren.
Schau dir zuerst die Basis an. Wenn unten schon frische, weiche Austriebe sitzen, schneidest du vorsichtiger und eher stückweise. Wenn noch kaum Austrieb zu sehen ist, kannst du entspannter arbeiten, weil du weniger Gefahr läufst, junge Triebe zu erwischen.
Schau dann auf die Mitte. Viele Rosen sehen von außen kräftig aus und sind innen trotzdem dicht. Wenn du innen kaum durchsehen kannst, ist Auslichten wichtiger als Einkürzen. Du erreichst damit mehr, als wenn du oben alles auf eine Höhe bringst.
Und zuletzt schau auf die Triebstärke. Ein kräftiger Trieb darf länger bleiben als ein dünner. Dünne Triebe sind oft die, die später umknicken oder nur kleine Blüten tragen. Wenn du irgendwo unsicher bist, entscheide nach dem Prinzip: Lieber wenige kräftige Triebe stehenlassen als viele dünne.
Wenn du diesen Mini-Check einmal pro Rose machst, schneidest du automatisch ruhiger und triffst bessere Entscheidungen.
Einmalblühend oder öfterblühend: Die wichtigste Entscheidung
Viele Schnittfehler passieren, weil man die Rose falsch einschätzt. Ob deine Rose einmal oder öfter blüht, entscheidet darüber, wie mutig du im Frühjahr sein darfst.
Öfterblühende Rosen legen nach der ersten Blüte nach. Du siehst neue Knospen und oft mehrere Blühwellen. Einmalblühende Rosen haben meist ihren großen Auftritt im Frühsommer und sind danach durch. Häufig kommen dann Hagebutten, aber keine zweite Blütenrunde.
Wenn du dir nicht sicher bist, hilft Beobachten über eine Saison. Als grobe Orientierung kannst du dir merken. Viele Edelrosen, Beetrosen und moderne Strauchrosen sind öfterblühend. Viele Rambler und manche Wildrosen sind einmalblühend.
Warum das so wichtig ist. Einmalblühende Rosen blühen oft am vorjährigen Holz. Schneidest du dieses Holz im Frühjahr stark weg, schneidest du dir die Blüte weg. Öfterblühende Rosen blühen stärker an neuem Holz. Die vertragen und brauchen oft einen klareren Frühjahrsschnitt.
Merksatz. Einmalblühend heißt im Frühjahr vorsichtiger, öfterblühend heißt im Frühjahr klarer.
Rosen nach Typ schneiden: So passt der Schnitt wirklich
Du musst nicht jede Sorte kennen. Es reicht, wenn du deine Rose grob einordnest. Kompakt im Beet, eher einzeln mit großen Blüten, als breiter Strauch, als Kletterrose, als Rambler, als Bodendecker, als Stamm oder als Wildrose.
Beetrosen schneiden
Beetrosen sind meist öfterblühend. Ziel ist ein luftiges Gerüst aus kräftigen Trieben. Schwache und nach innen wachsende Triebe kommen raus. Dann kürzt du die kräftigen Triebe deutlich ein, häufig auf etwa drei bis sechs Augen, je nach Stärke. Beetrosen danken dir einen klaren Schnitt meist mit kräftigem Austrieb und guter Blüte.
Edelrosen schneiden
Edelrosen schneidest du oft kräftig, damit starke Blütentriebe entstehen. Schwache Triebe raus, kräftige Triebe bleiben und werden eingekürzt. Wenn du lieber wenige große Blüten möchtest, schneidest du eher stärker. Wenn du lieber mehr Blüten willst, lässt du etwas mehr Länge stehen.
Strauchrosen schneiden
Strauchrosen sind unterschiedlich. Bei öfterblühenden Strauchrosen funktioniert meist diese Linie. Auslichten, ein stabiles Gerüst lassen, dann moderat einkürzen. Schneide nicht alles auf die gleiche Höhe, sonst treibt die Rose oft unruhig. Bei einmalblühenden Strauchrosen gilt im Frühjahr eher zurückhaltend, also Totholz raus und störende Triebe. Größere Form und Verjüngung machst du nach der Blüte.
Kletterrosen schneiden
Kletterrosen werden leicht, wenn du Gerüsttriebe und Seitentriebe trennst. Die langen Haupttriebe sind das Gerüst. Die kürzt du nicht jedes Jahr stark, sondern bindest sie fächerförmig oder möglichst waagerecht. Waagerecht bringt mehr Seitentriebe und damit mehr Blüten. Die Seitentriebe kürzt du im Frühjahr zurück, denn dort sitzen später die Blüten.
Öfterblühende Kletterrosen pflegst du so, dass du alte Gerüsttriebe nach und nach ersetzt. Einmalblühende Kletterrosen schneidest du stärker nach der Blüte, nicht im Frühjahr.
Ramblerrosen schneiden
Rambler sind oft einmalblühend und wachsen stark. Wenn du sie im Frühjahr stark schneidest, verlierst du Blüte. Schneide Rambler deshalb meist nach der Blüte. Entferne dann alte, abgeblühte Ruten und schaffe Platz für junge Triebe. Das ist weniger Formschnitt und mehr Platzmanagement.
Bodendeckerrosen schneiden
Bodendeckerrosen sind meist unkompliziert. Im Frühjahr räumst du Totholz raus, lichtest etwas aus und kürzt moderat, damit die Fläche wieder gleichmäßig wird. Bei großen Flächen kann eine Heckenschere praktisch sein, wenn du danach kurz kontrollierst und Totholz sauber entfernst.
Stammrosen schneiden
Stammrosen sind veredelte Kronen. Du schneidest die Krone im Frühjahr so, wie du die entsprechende Rosengruppe schneiden würdest. Wichtig ist eine luftige Krone, die innen nicht komplett zuwächst. Achte besonders auf Wildtriebe am Stamm oder unterhalb der Veredelungsstelle.
Wildrosen schneiden
Viele Wildrosen sind einmalblühend. Hier gilt oft weniger ist mehr. Entferne Totholz und sehr alte, schwache Triebe, aber schneide nicht jedes Jahr stark ein. Wenn du verjüngen willst, entferne über mehrere Jahre die ältesten Triebe bodennah, damit junge nachkommen. Wildrosen sollen auch ihren natürlichen Charakter behalten, das macht ihren Reiz aus.
Sommerschnitt: Ausputzen und Nachblüte steuern
Im Sommer siehst du schnell Wirkung. Im Frühjahr baust du die Basis, im Sommer hältst du die Rose in Form und steuerst die nächste Blühwelle.
Bei öfterblühenden Rosen ist Ausputzen der wichtigste Schritt. Du nimmst verblühte Blütenstände weg, damit die Rose nicht in Hagebutten investiert, sondern neue Knospen schiebt. Schneide dabei nicht nur den Blütenkopf ab. Geh ein Stück darunter bis zu einem kräftigen Blattansatz, damit der neue Trieb stabil wird.
Wenn deine Rose nach der ersten Blüte sehr lang wird oder auseinanderkippt, kannst du zusätzlich leicht einkürzen. Das ist eher Feinjustierung als ein großer Rückschnitt.
Hagebutten darfst du bewusst zulassen. Bei einmalblühenden Rosen ist das oft sowieso die schönste Herbstvariante. Bei öfterblühenden Rosen heißt es abwägen. Mehr Hagebutten bedeutet meist weniger Nachblüte. Du kannst auch mischen und nur einen Teil ausputzen.
Wie du eine naturnahe Blumenwiese anlegst, erfährst du in diesem Artikel.
Herbst und Winter: Was reicht und was du dir sparst
Im Herbst geht es bei Rosen eher um Stabilität als um Formschnitt. Wenn lange Triebe im Wind peitschen, darfst du sie etwas kürzen, damit sie nicht brechen oder scheuern. Offensichtliches Totholz oder stark beschädigte Triebe kannst du ebenfalls entfernen.
Starke Rückschnitte im Herbst lässt du besser. Die Rose kann dann noch einmal austreiben, und diese frischen Triebe sind kälteempfindlich. Den Hauptschnitt verschiebst du ins Frühjahr.
Im Winter schneidest du normalerweise nicht, außer es gibt Bruchgefahr. Wenn du dich im Winter vorbereiten willst, ist Werkzeugpflege die beste Vorbereitung. Schere schärfen, reinigen, Handschuhe bereit legen.
Werkzeug, Hygiene und Schnittqualität
Für Rosen reicht meist eine gute Bypass Schere. Für dicke Triebe brauchst du eine Astschere oder eine kleine Säge. Wenn du beim Schneiden merkst, dass du quetschst oder viel Kraft brauchst, ist das ein Signal. Schere nachschärfen oder Werkzeug wechseln.
Hygiene wird wichtig, wenn du Krankheitsverdacht hast. Dann reinigst du die Klinge zwischendurch, vor allem beim Wechsel von einer auffälligen Pflanze zur nächsten.
Schnittgut mit Krankheitsverdacht lässt du nicht als dicken Teppich im Beet liegen. Gesundes Material kannst du entsorgen oder kompostieren, krankes Material besser raus aus der Fläche.
Beim Schnitt selbst gilt: Glatt, klar, kein langer Stummel. Schneide über einem nach außen gerichteten Auge, damit die Rose innen nicht wieder komplett zuwächst.
Schnittgut und Aufräumen nach dem Schnitt
Nach dem Schneiden liegt oft mehr Material da, als man vorher gedacht hat. Gerade bei älteren Strauchrosen und Kletterrosen kommt richtig was zusammen. Das ist nicht nur Optik, das ist auch Pflege. Wenn du Schnittgut liegen lässt, bleibt es feucht, und das ist ein Umfeld, das du unter Rosen nicht unbedingt fördern willst.
Gesunde Triebe kannst du grundsätzlich kompostieren oder über Grünabfall entsorgen. In vielen Gärten ist entsorgen sogar praktischer, weil Rosenholz mit Stacheln auf dem Kompost einfach nervig sein kann. Wenn du kompostierst, hilft es, die Triebe klein zu schneiden.
Krankes oder stark auffälliges Material behandelst du besser anders. Alles, was stark befallen wirkt oder matschig ist, sollte nicht als Mulch unter der Rose landen. Du musst nicht panisch sein, aber du musst es auch nicht im Beet parken.
Ein kleiner Alltagstipp ist, nach dem Schneiden kurz unter die Rose zu schauen. Wenn dort noch alte, auffällige Blätter vom Vorjahr liegen, nimm sie mit weg. Das ist einer der einfachsten Schritte, um den Start in die Saison sauberer zu machen.
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Häufige Fehler und ein Rettungsplan
Viele Rosenprobleme haben eine einfache Ursache. Man hat zu zaghaft geschnitten, innen zu dicht gelassen oder eine einmalblühende Rose im Frühjahr zu stark erwischt.
Wenn du zu zaghaft geschnitten hast, wird die Rose oft buschig mit vielen dünnen Trieben. Das korrigierst du im nächsten Frühjahr, indem du schwache Triebe konsequent entfernst und kräftige Triebe klar einkürzt.
Wenn die Rose innen zu dicht ist, hilft Auslichten. Nimm ein paar störende Triebe komplett raus, vor allem die nach innen wachsenden und sich kreuzenden. Schon wenige Schnitte können die Mitte öffnen.
Wenn du zu viele alte Triebe stehen lässt, vergreist die Rose. Dann hilft Verjüngung, aber bitte schrittweise. Entferne pro Jahr ein bis zwei der ältesten Triebe bodennah. Nach zwei bis drei Jahren ist das Gerüst erneuert.
Wildtriebe solltest du konsequent entfernen. Sie kommen unterhalb der Veredelung. Entferne sie so tief wie möglich an der Herkunftsstelle, nicht nur oben abschneiden, sonst treiben sie wieder.
Alleine Gärtnern war gestern
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Wildtriebe erkennen, bevor sie dich ärgern
Wildtriebe sind so ein Thema, das man oft erst bemerkt, wenn die Rose plötzlich in eine Richtung wächst, die gar nicht zur Sorte passt. Wenn du veredelte Rosen hast, lohnt es sich, dafür ein kleines Auge zu entwickeln.
Der wichtigste Hinweis ist der Startpunkt. Wildtriebe kommen fast immer unterhalb der Veredelungsstelle. Bei Beetrosen und Strauchrosen sitzen sie häufig direkt aus dem Boden. Bei Stammrosen kommen sie oft am Stamm. Wenn du einen Trieb findest, der deutlich tiefer startet als alle anderen und dabei extrem kräftig schiebt, ist das ein Kandidat.
Dann hilft dir der Blick auf das Laub. Wildtriebe wirken oft anders, manchmal heller oder schmaler, manchmal einfach wilder. Dazu kommen häufig mehr Stacheln oder ein anderes Stachelbild. Wenn du Triebe vergleichst, merkst du meistens schnell, dass einer nicht dazu gehört.
Beim Entfernen gilt ein Grundsatz. Nicht oben abknipsen, sondern so nah wie möglich an der Herkunftsstelle wegnehmen. Wenn du nur abschneidest, bleibt oft ein schlafendes Auge am Ansatz, und genau das treibt wieder aus. Wenn du tief entfernst, ist deutlich länger Ruhe.
Wenn der Wildtrieb aus dem Boden kommt, lohnt es sich, die Erde am Ansatz kurz zur Seite zu schieben. Danach Erde wieder andrücken, fertig.
Ein Wildtrieb heißt nicht, dass deine Rose verloren ist. Wenn du ihn früh entfernst, merkt man es der Pflanze meist nicht an. Problematisch wird es nur, wenn der Wildtrieb über Monate die Kraft abzieht.
Pflege nach dem Schnitt: kurz und praktisch
Wenn es trocken ist, lohnt nach dem Frühjahrsschnitt ein kräftiges Gießen. Lieber selten und durchdringend als täglich ein bisschen. Gieße an den Wurzelbereich, nicht über die Blätter.
Düngung im Frühjahr gern mit Maß. Zu viel macht Triebe weich. Eine organische Gabe oder Kompost reicht in vielen Gärten. Bei öfterblühenden Rosen kann nach der ersten Blüte eine zweite, kleinere Gabe helfen, wenn du eine starke Nachblüte willst.
Boden ist der stille Faktor. Rosen mögen lockeren Boden ohne Staunässe. In sehr sandigem Boden hilft organisches Material, damit Wasser und Nährstoffe besser gehalten werden.
Wenn du nach zwei bis drei Wochen siehst, dass einzelne Spitzen schwarz oder vertrocknet sind, schneide einfach bis ins gesunde Holz nach. Das ist normal und kein Zeichen, dass du falsch geschnitten hast.
Rosen in größeren Gärten und Anlagen: kurz machbar gedacht
Wenn du viele Rosen hast, brauchst du einen Ablauf, der funktioniert. Hauptschnitt im Frühjahr, Ausputzen im Sommer, im Herbst nur Sicherheitskürzungen. Arbeite in Etappen, zuerst die sichtbaren Bereiche, dann der Rest. Und nimm Sicherheit ernst. Handschuhe, lange Kleidung und bei Kletterrosen ein sicherer Stand sind wichtiger als Tempo.
Rhein Main Extra: drei Punkte, die dir helfen
Im Rhein Main Gebiet verführt ein früher Frühling oft zu sehr frühem Schnitt. Schau deshalb kurz auf die Nachtwerte, bevor du loslegst. Trockenphasen kommen ebenfalls früh. Nach dem Schnitt einmal gründlich gießen kann dann den Unterschied machen. Und denke in deinem Garten an Mikroklima. Hauswand und Schattenbeet starten nicht gleichzeitig, du darfst in Etappen schneiden.
Im Frankfurter Palmengarten, einem der bedeutendsten botanischen Gärten Deutschlands, finden immer wieder Veranstaltungen zu Rosen statt.
Du wünschst dir Unterstützung bei der Gartenpflege und Gartengestaltung im Rhein-Main-Gebiet? Hier findest du unsere Leistungen im Überblick.
Fazit
Rosen schneiden ist keine Mutprobe. Wenn du im Frühjahr mit Forsythie und Wettercheck startest, beim Schnitt die feste Reihenfolge einhältst und deine Rose richtig einordnest, bist du sehr sicher unterwegs. Einmalblühend heißt vorsichtiger im Frühjahr, öfterblühend heißt klarer schneiden. Im Sommer steuerst du mit Ausputzen, ob die Rose nachlegt oder ob du Hagebutten willst.
Und wenn eine Rose mal vergreist oder ungünstig geschnitten wurde, ist das selten das Ende. Mit Auslichten und einer schrittweisen Verjüngung bekommst du sie meist wieder schön in Form. Wenn du nach dem Schnitt das Gefühl hast, die Rose hat Luft, ein stabiles Gerüst und einen klaren Start in die Saison, dann hast du alles erreicht, was Rosenschnitt leisten soll.
Für die meisten Rosen passt der Frühjahrsschnitt, wenn die Forsythie blüht und keine starken Frostnächte anstehen. Öfterblühende Rosen profitieren zusätzlich vom Ausputzen im Sommer.
Gerüsttriebe bleiben und werden gebunden, Seitentriebe werden gekürzt. Bei einmalblühenden Kletterrosen stärker nach der Blüte schneiden, im Frühjahr eher zurückhaltend.
Öfterblühende Rosen bilden nach der ersten Blüte neue Knospen und blühen in Wellen weiter. Einmalblühende haben eine große Blütephase und danach meist nur Hagebutten.
Leichter Frost ist meist unkritisch. Bei angekündigten starken Frostnächten kannst du empfindliche, frisch ausgetriebene Rosen kurzfristig schützen. Frostschäden schneidest du später bis ins gesunde Holz zurück.
Wildtriebe kommen unterhalb der Veredelungsstelle. Entferne sie so nah wie möglich an der Herkunftsstelle, damit sie nicht sofort wieder austreiben.