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Hortensien schneiden: der ultimative Ratgeber für üppige Blüten ohne Fehler

Du stehst mit der Gartenschere in der Hand vor deiner Hortensie und zögerst: Was, wenn ich zu viel abschneide? Blüht sie dann im nächsten Jahr nicht? Diese Sorge kennt fast jeder Gärtner, und sie ist berechtigt. Ein falscher Schnitt kann tatsächlich die Blüte für ein ganzes Jahr zerstören. Aber keine Angst, mit diesem Ratgeber erfährst du genau, wann und wie du deine Hortensie schneidest, damit sie jedes Jahr üppig blüht.

Ich verrate dir:

  • Wie du deine Hortensienart erkennst (Bauern-, Rispen-, Kletterhortensie & Co.)

  • Wann der perfekte Zeitpunkt für den Schnitt ist und warum Frost und Austrieb den Termin beeinflussen

  • Schritt-für-Schritt-Anleitungen für jede Hortensienart, inklusive Sonderfälle wie Endless Summer oder Verjüngungsschnitt

  • Die häufigsten Fehler und wie du sie vermeidest

  • Pflege-Tipps nach dem Schnitt, damit deine Hortensie prächtig gedeiht

Am Ende wirst du nicht nur wissen, wie du schneidest, sondern auch warum du es genau so machst.

Inhaltsverzeichnis | Hier klicken 🎯 zum auf- und zuklappen

Schritt 1: Welche Hortensie hast du?

So erkennst du, ob sie am alten oder neuen Holz blüht

Bevor du zur Schere greifst, musst du eine entscheidende Frage klären: Blüht deine Hortensie am alten oder am neuen Holz? Das bestimmt nämlich, wann und wie stark du schneiden darfst.

Hortensien, die am alten Holz blühen (Schnittgruppe 1)

Diese Sorten bilden ihre Blütenknospen schon im Vorjahr. Schneidest du sie im Frühjahr falsch, entfernt du damit die Knospen, und die Blüte bleibt aus.

Zu dieser Gruppe gehören:

  • Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) – die Klassikerin mit kugelförmigen Blüten in Rosa, Blau oder Weiß

  • Tellerhortensie (Hydrangea serrata) – zarte, tellerförmige Blüten, oft zweifarbig

  • Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris) – rankend, mit weißen Blütenrispen

  • Samthortensie (Hydrangea aspera) – auffällige, samtene Blätter und schirmförmige Blüten

  • Eichenblatthortensie (Hydrangea quercifolia) – eichenblattförmige Blätter, herbstlich rot gefärbt

Wie erkennst du sie?

  • Dicke, runde Knospen sitzen bereits im Herbst/Winter an den Triebspitzen.

  • Die Triebe sind verholzt und sehen „alt“ aus.

Wichtig: Diese Hortensien dürfen im Frühjahr nicht radikal geschnitten werden, sonst blühen sie nicht!

Hortensien, die am neuen Holz blühen (Schnittgruppe 2)

Diese Arten treiben im Frühjahr neu aus und bilden dann ihre Blüten. Sie vertragen einen kräftigeren Rückschnitt, weil die Blüten an den frischen Trieben entstehen.

Zu dieser Gruppe gehören:

  • Rispenhortensie (Hydrangea paniculata) – kegelförmige Blütenrispen, oft weiß oder rosa

  • Schneeballhortensie (Hydrangea arborescens) – bekannteste Sorte: ‘Annabelle’ mit riesigen weißen Blütenbällen

Wie erkennst du sie?

  • Im Winter siehst du keine dicken Knospen an den Spitzen.

  • Die Blüten entstehen erst an den neuen Trieben, die im Frühjahr wachsen.

Vorteil: Du kannst sie stark zurückschneiden, ohne die Blüte zu gefährden.

Remontierende Hortensien (Schnittgruppe 1 + 2)

Diese cleveren Sorten blühen sowohl am alten als auch am neuen Holz, perfekt für eine lange Blütezeit von Juni bis September.

Beliebte Sorten:

  • ‘Endless Summer’ (Hydrangea macrophylla)

  • ‘Forever & Ever’ (Hydrangea macrophylla)

  • ‘Twist-n-Shout’ (Tellerhortensie)

Wie erkennst du sie?

  • Sie blühen zweimal im Jahr: einmal an den alten Trieben (Frühsommer) und einmal an den neuen (Spätsommer/Herbst).

  • Oft steht es auf dem Pflanzetikett („remontierend“ oder „mehrmal blühend“).

Tipp: Diese Hortensien sind ideal für Anfänger, weil sie fehlertoleranter sind.

Schnelle Bestimmungshilfe: Welche Hortensie hast du?

  • Dicke Knospen an den Triebspitzen im Winter? → Schnittgruppe 1 (altes Holz)

  • Keine sichtbaren Knospen, aber im Sommer viele neue Blüten? → Schnittgruppe 2 (neues Holz)

  • Blüht zweimal im Jahr? → Remontierende Sorte (Schnittgruppe 1 + 2)

Merksatz: Altes Holz nicht stutzen, neues Holz darfs erleiden.

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Schritt 2: Wann ist der beste Zeitpunkt zum Hortensien schneiden?

Der Standardzeitpunkt für die meisten Hortensien liegt zwischen Ende Februar und Anfang März, kurz bevor die neuen Triebe austreiben. Aber Achtung: Frost und frühe Austriebe können den Termin verschieben!

Schnittgruppe 1 (alte Holz-Blüher): Nach der Blüte schneiden!

Wann?

  • Direkt nach der Blüte (Juli–September).

  • Nicht im Frühjahr! (Sonst schneidest du die Blütenknospen ab.)

Warum? Die Knospen fürs nächste Jahr bilden sich schon im Spätsommer an den aktuellen Trieben.

Ausnahme: Falls du im Herbst nicht dazu kommst, kannst du vorsichtig im Frühjahr nur verblühte Rispen und tote Triebe entfernen.

Beispiele:

  • Bauernhortensie

  • Tellerhortensie

  • Kletterhortensie

Schnittgruppe 2 (neue Holz-Blüher): Im Spätwinter schneiden

Wann?

  • Ende Februar bis Anfang März, bevor der Austrieb beginnt.

  • In kälteren Regionen (z. B. Mittelgebirge) lieber etwas später (Mitte März).

Warum? Diese Hortensien blühen an den neuen Trieben, die im Frühjahr wachsen.

Beispiele:

  • Rispenhortensie

  • Schneeballhortensie

Remontierende Sorten (z. B. Endless Summer): Zweimal schneiden

  1. Leichter Schnitt im Frühjahr (nur tote Triebe entfernen).

  2. Hauptschnitt nach der ersten Blüte (Juli/August), um eine zweite Blüte im Herbst zu fördern.

Regional-Tipp für das Rhein-Main-Gebiet

Hier ist das Klima milder, aber Spätfröste bis Mitte Mai sind möglich.

  • Optimaler Schnittzeitpunkt: Mitte bis Ende März.

  • In sonnigen Lagen (z. B. Frankfurt, Wiesbaden) kannst du etwas früher schneiden.

  • In kühleren Gebieten (Taunus, Odenwald) lieber etwas später (Anfang April).

Wichtig:

  • Nie bei Frost schneiden! Die Schnittstellen könnten erfrieren.

  • Bei frühem Austrieb (z. B. nach einem milden Winter) sofort schneiden, bevor die Knospen schwellen.

Spätfrost-Warnung: Falls im April/Mai noch Frost droht, schütze junge Triebe mit Vlies oder Jute.

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Schritt 3: Schnittgruppen-Logik einfach erklärt – mit Mini-Merksatz

Damit du dir die Regeln leicht merken kannst, hier die einfache Faustregel:

Schnittgruppe 1 (altes Holz):

  • Wann? Nach der Blüte (Sommer/Herbst)

  • Wie? Nur verblühte Rispen und tote Triebe entfernen

Schnittgruppe 2 (neues Holz):

  • Wann? Spätwinter (Februar/März)

  • Wie? Kräftig zurückschneiden möglich

Remontierende Sorten (Schnittgruppe 1 + 2):

  • Wann? Leicht im Frühjahr und nach der ersten Blüte

  • Wie? Ausputzen, nicht zu radikal

Wichtigster Tipp: Lieber zu wenig als zu viel schneiden! Ein falscher Schnitt kann die Blüte für ein ganzes Jahr kosten.

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Schritt 4: Schritt-für-Schritt-Anleitung für die wichtigsten Hortensienarten

Jetzt wird’s praktisch! Hier erfährst du, wie du jede Hortensienart richtig schneidest, mit genauen Anweisungen.

1. Bauernhortensie schneiden (Hydrangea macrophylla)

Blüte: Am alten Holz (Schnittgruppe 1). Ziel: Verblühte Blüten entfernen, Form erhalten, Verjüngung bei alten Sträuchern.

So geht’s:

  • Verblühte Blütenstände direkt über dem nächsten gesunden Blattpaar abschneiden.

    • Nicht in das alte Holz schneiden! (Sonst keine Blüte im nächsten Jahr.)

  • Tote, kranke oder schwache Triebe bodennah entfernen.

  • Nach innen wachsende Triebe („Geiztriebe“) herausschneiden, damit Licht und Luft ins Innere kommen.

  • Bei alten Sträuchern: Maximal 1–2 der ältesten Triebe bodennah abschneiden, um Verjüngung anzuregen.

Wichtig:

  • Nie alle Triebe auf einmal radikal kürzen!

  • Im Frühjahr nur ausputzen, kein Formschnitt.

Ergebnis:

  • Mehr Blüten im nächsten Jahr.

  • Bessere Belüftung → weniger Pilzkrankheiten.

Häufiger Fehler: „Ich habe im Frühjahr alle Triebe auf 20 cm zurückgeschnitten, jetzt blüht sie nicht!“ Lösung: Warte bis zum nächsten Jahr und schneide nur verblühte Rispen nach der Blüte.

2. Rispenhortensie schneiden (Hydrangea paniculata)

Blüte: Am neuen Holz (Schnittgruppe 2). Ziel: Kräftige neue Triebe fördern, große Blütenrispen.

So geht’s:

  • Alle alten Blütenstände bis auf 2–3 Knospenpaare zurückschneiden.

    • Je stärker du schneidest, desto größer (aber weniger) werden die Blüten.

  • Schwache, dünne oder nach innen wachsende Triebe komplett entfernen.

  • Bei alten Sträuchern: Ein Drittel der ältesten Triebe bodennah abschneiden, um Verjüngung zu fördern.

Tipp für große Blüten:

  • Schneide radikal auf 30–50 cm zurück → weniger, aber riesige Blütenrispen.

Beispielsorten:

  • ‘Vanille Fraise’ (rosa-weiß)

  • ‘Limelight’ (grün-weiß)

3. Schneeballhortensie schneiden (Hydrangea arborescens, z. B. ‘Annabelle’)

Blüte: Am neuen Holz (Schnittgruppe 2). Ziel: kompakte Form, riesige Blütenbälle.

So geht’s:

  • Alle Triebe auf 10–20 cm über dem Boden zurückschneiden.

    • Ja, das sieht erstmal drastisch aus – aber sie treibt kräftig neu aus!

  • Tote oder schwache Triebe komplett entfernen.

  • Jährlicher radikaler Schnitt fördert besonders große Blüten.

Ergebnis:

  • Kompakter Wuchs mit handballgroßen Blüten.

4. Kletterhortensie schneiden (Hydrangea petiolaris)

Blüte: Am alten Holz (Schnittgruppe 1). Ziel: Rankhilfe erhalten, Blüten fördern.

So geht’s:

  • Nur verblühte Rispen direkt nach der Blüte (Sommer) abschneiden.

  • Zu lange Triebe leicht einkürzen, um die Form zu kontrollieren.

  • Nie im Frühjahr schneiden! Die Blütenknospen sitzen bereits an den alten Trieben.

Tipp für die Rankhilfe:

  • Horizontale Drähte spannen, das fördert mehr Blüten.

  • Nicht zu fest binden, sonst schnürt es die Triebe ab.

5. Tellerhortensie schneiden (Hydrangea serrata)

Blüte: Am alten Holz (Schnittgruppe 1). Ziel: Natürliche Wuchsform erhalten, Blüten fördern.

So geht’s:

  • Verblühte Rispen über dem nächsten Blattpaar abschneiden.

  • Alte, verholzte Triebe nach und nach entfernen, um Platz für neue zu machen.

  • Nur minimal im Frühjahr schneiden, lieber nach der Blüte im Sommer.

Besonderheit:

  • Blüten ähneln kleinen Tellerchen mit zarten Blütenblättern.

  • Ideal für halbschattige Standorte.


6. Samthortensie schneiden (Hydrangea aspera)

Blüte: Am alten Holz (Schnittgruppe 1). Ziel: luftiger Wuchs, Blütenförderung.

So geht’s:

  • Verblühte Rispen nach der Blüte entfernen.

  • Alte, überkreuzende Triebe auslichten.

  • Nur minimal im Frühjahr schneiden. Sie reagiert empfindlich auf radikale Schnitte.

Erkennungsmerkmal:

  • Samtige, dunkelgrüne Blätter mit silbriger Unterseite.

  • Schirmförmige Blüten in Rosa oder Weiß.


7. Endless Summer & remontierende Hortensien schneiden

Blüte: Am alten und neuen Holz (Schnittgruppe 1 + 2). Ziel: Lange Blütezeit von Juni bis September.

So geht’s:

  • Im Frühjahr: Nur tote und schwache Triebe entfernen.

  • Nach der ersten Blüte (Juli/August):

    • Verblühte Rispen zurückschneiden, um eine zweite Blüte zu fördern.

  • Nie alle Triebe auf einmal stark kürzen, sonst riskierst du eine Blütenlücke.

Tipp für mehr Blüten:

  • Leicht düngen nach dem ersten Schnitt (z. B. mit Hortensien- oder Rhododendron-Dünger).

Schritt 5: Sonderfälle – Verjüngungsschnitt und remontierende Sorten

Wenn deine Hortensie kaum noch blüht und viele dicke, verholzte Triebe hat, ist ein Verjüngungsschnitt nötig.

Wann?

  • Über 3 Jahre hinweg schrittweise vorgehen.

  • Nie alles auf einmal!

So geht’s:

  • Jährlich ein Drittel der ältesten Triebe bodennah abschneiden.

  • Junge, kräftige Triebe schonen – sie tragen die neuen Blüten.

  • Nach dem Schnitt gut düngen (z. B. mit Kompost oder Hornspänen).

Wichtig:

  • Bei Schnittgruppe-1-Hortensien (z. B. Bauernhortensie) nie alle Triebe auf einmal radikal stürzen – das kostet die Blüte für 1–2 Jahre!

  • Bei Schnittgruppe-2-Hortensien (z. B. Rispenhortensie) kannst du stärker verjüngen.

Ergebnis:

  • Mehr Blüten nach 2–3 Jahren.

  • Gesündere, kräftigere Triebe.

Was tun, wenn die Hortensie nach dem Schnitt nicht blüht?

Mögliche Ursachen und Lösungen:

Keine Blüten im nächsten Jahr

  • Ursache: Zu radikaler Schnitt im Frühjahr

  • Lösung: Warte ab, oft blüht sie im übernächsten Jahr wieder.

Schwache Triebe, kleine Blüten

  • Ursache: Falscher Dünger (zu viel Stickstoff)

  • Lösung: Phosphorbetonter Blühdünger verwenden.

Nur grüne Blätter, keine Blüten

  • Ursache: Zu tiefer Schnitt in altes Holz

  • Lösung: Junge Triebe schonen, geduldig sein.

Spätfrost-Schäden

  • Ursache: Blütenknospen erfroren

  • Lösung: Im nächsten Jahr später schneiden oder mit Vlies schützen.

Blüten bleiben klein

  • Ursache: Standort zu sonnig/trocken

  • Lösung: Halbschatten wählen, regelmäßig gießen.

Notfall-Tipp: Falls deine Hortensie gar nicht blüht, prüfe:

  1. Schnittzeitpunkt (Schnittgruppe 1 im Frühjahr geschnitten?)

  2. Dünger (zu viel Stickstoff? → Blühdünger mit Phosphor geben)

  3. Standort (zu sonnig? → morgen Sonne, nachmittags Schatten)

Schritt 6: Wie stark solltest du schneiden? Ausputzen, Formschnitt oder Verjüngung?

Ausputzen

  • Ziel: Tote Triebe entfernen

  • Risiko: Keins

  • Für welche Hortensien: Alle Arten

Formschnitt

  • Ziel: Kompakte Form erhalten

  • Risiko: Leichte Blütenreduktion

  • Für welche Hortensien: Rispenhortensie, Schneeballhortensie

Verjüngungsschnitt

  • Ziel: Alte Sträucher erneuern

  • Risiko: Keine Blüte für 1–2 Jahre

  • Für welche Hortensien: Nur bei stark vergreisten Pflanzen

Faustregel:

  • Schnittgruppe 1: Nur ausputzen und leicht in Form schneiden.

  • Schnittgruppe 2: Kann stark zurückgeschnitten werden.

  • Remontierende Sorten: Leicht ausputzen, Hauptschnitt nach der Blüte.


Schritt 7: Die 5 häufigsten Fehler beim Hortensien schneiden und wie du sie vermeidest

  1. Falsche Hortensienart erkannt → falscher Schnittzeitpunkt

  • Problem: Bauernhortensie im Frühjahr radikal geschnitten → keine Blüte.

  • Lösung: Immer erst die Art bestimmen! (Sieh dir die Knospen an.)

  1. Zu tief in altes Holz geschnitten

  • Problem: Blütenknospen (Schnittgruppe 1) entfernt.

  • Lösung: Nur über dem nächsten Blattpaar schneiden, nie in verholzte Triebe.

  1. Schnitt zur falschen Jahreszeit

  • Problem: Rispenhortensie im Herbst geschnitten → erfriert im Winter.

  • Lösung: Schnittgruppe 2 erst im Spätwinter schneiden.

  1. Stumpfe oder schmutzige Schere verwendet

  • Problem: Quetschungen, Pilzbefall.

  • Lösung: Scharfe, desinfizierte Schere verwenden (z. B. mit Alkohol abwischen).

  1. Verblühte Rispen nicht entfernt

  • Problem: Schwächere neue Triebe, unschöne Optik.

  • Lösung: Regelmäßig verblühte Rispen abschneiden.

Profi-Tipp: Schneide immer schräg (45 Grad) und 1 cm über einer nach außen zeigenden Knospe, so kann Wasser ablaufen, und die Pflanze wächst schön buschig.

Schritt 8: Das richtige Werkzeug und Hygiene: So schneidest du sauber und sicher

Werkzeug-Checkliste:

  • Bypass-Gartenschere (für saubere Schnitte, keine Amboss-Schere!)

  • Astschere für dicke Triebe

  • Handschuhe (Hortensienblätter können Hautreizungen verursachen)

  • Desinfektionsmittel (Alkohol oder Haushaltsreiniger) für die Schere

So schneidest du richtig:

  • Schnittführung: Schräg (45 Grad), 1 cm über einer Knospe.

  • Hygiene:

    • Schere vor und nach dem Schnitt reinigen.

    • Kranke Triebe nicht auf den Kompost, sondern im Hausmüll entsorgen.

  • Sicherheit:

    • Nicht bei Nässe schneiden (Pilzgefahr).

    • Tote Triebe zuerst entfernen, dann die lebenden.

Schritt 9: Pflege nach dem Schnitt, damit deine Hortensie prächtig gedeiht

1. Mulchen

  • Warum? Hält die Feuchtigkeit und schützt vor Unkraut.

  • Wie? 5 cm Rindenmulch oder Kompost um die Pflanze verteilen.

2. Düngen

  • Wann? März/April (vor dem Austrieb) und Juni (nach der ersten Blüte).

  • Womit? Blühpflanzendünger (z. B. mit Phosphor und Kalium) oder Hornspäne.

3. Wässern

  • Hortensien sind durstig!

  • Besonders im Frühjahr und Sommer regelmäßig gießen – kein Kalkwasser (Regenwasser ist ideal).

4. Spätfrost-Schutz

  • Wann? Bei jungem Austrieb (Mitte Mai) und Frostwarnung.

  • Wie? Vlies oder Jute über die Knospen legen.

Extra-Tipp für das Rhein-Main-Gebiet:

Die Böden hier sind oft lehmig und kalkhaltig – Hortensien bevorzugen aber sauren, humusreichen Boden.

  • Lösung:

    • Beim Pflanzen Rhododendron-Erde einmischen.

    • Jährlich mit Hortensien- oder Rhododendron-Dünger versorgen.

    • Kalkfreies Wasser (Regenwasser) verwenden.

Fazit: Mit diesem Wissen blühen deine Hortensien garantiert

Jetzt weißt du genau, wann und wie du deine Hortensie schneidest, ganz egal, ob es eine Bauernhortensie, Rispenhortensie oder eine remontierende Sorte wie Endless Summer ist.

Die wichtigsten Regeln nochmal kurz:

  1. Erst die Art bestimmen (Schnittgruppe 1, 2 oder remontierend).

  2. Zur richtigen Zeit schneiden (nicht im Frühjahr bei alten Holz-Blühern!).

  3. Nicht zu radikal schneiden – lieber weniger als zu viel.

  4. Scharfe, saubere Schere verwenden.

  5. Nach dem Schnitt gut pflegen (düngen, gießen, mulchen).

Deine Hortensien werden es dir danken, mit üppigen, farbenfrohen Blüten Jahr für Jahr!

Alleine Gärtner war gestern! Mit meiner Garten-Community bringst du frischen Wind in deinen Garten – lass dich inspirieren.

Wann sollte man Hortensien schneiden, damit sie wieder üppig blühen?
  • Schnittgruppe 1: Nach der Blüte (Sommer/Herbst).

  • Schnittgruppe 2: Ende Februar bis März.

  • Remontierende Sorten: Leicht im Frühjahr, Hauptschnitt nach der ersten Blüte.

Wie erkenne ich, ob meine Hortensie am alten oder neuen Holz blüht?
  • Alte Holz-Blüher: Dicke Knospen an den Triebspitzen im Winter.

  • Neue Holz-Blüher: Keine Knospen im Winter, Blüten entstehen erst im Frühjahr.

Welche Hortensien darf man stark zurückschneiden und welche nicht?
  • Stark zurückschneiden: Rispenhortensie, Schneeballhortensie.

  • Nur leicht schneiden: Bauernhortensie, Tellerhortensie, Kletterhortensie.

Was mache ich, wenn die Hortensie nach dem Schnitt nicht blüht?
  • Abwarten: Oft blüht sie im übernächsten Jahr wieder.

  • Düngen: Phosphorbetonter Dünger fördert die Blütenbildung.

  • Standort prüfen: Hortensien brauchen halbschattige Plätze und feuchte Böden.

Wie schneide ich eine Bauernhortensie richtig, ohne die Blütenknospen zu entfernen?
  • Nur verblühte Rispen über dem nächsten Blattpaar abschneiden.

  • Nie in das alte Holz schneiden!

Yvonne Pfeiffer, deine Gärtnermeisterin

Yvonne Pfeiffer ist staatlich geprüfte Gärtnermeisterin und Inhaberin von Pfeiffer Garten & Landschaftsbau in Mörfelden-Walldorf. Seit über 30 Jahren arbeitet sie im Garten- und Landschaftsbau, seit 2004 mit eigenem Betrieb und heute einem mehrköpfigen Team im gesamten Rhein-Main-Gebiet. Ihre fachlichen Schwerpunkte liegen auf klimafitten Gartengestaltungen, naturnahen Vorgärten und der Umwandlung von Schottergärten in artenreiche Lebensräume. In ihren Beiträgen räumt sie mit verbreiteten Gartenmythen auf und gibt praxisnahes Wissen weiter, das sie täglich in ihrer Arbeit anwendet.
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